„Ich möchte, dass Frauen wieder lernen, dass man sich bewegen kann, ohne Bewertung befürchten zu müssen.“
Verschwitzt, erschöpft und glücklich, so sehen die Klientinnen von Angelina Fontana aus, wenn sie mit ihnen fertig ist – das ist ihre Devise. Ob im Park, im Fitnessstudio oder online: Die Personal Trainerin und psychologische Sporttherapeutin macht Frauen stark und glücklich. Anders als in der klassischen Fitnessindustrie geht es bei ihr um mehr als Abnehmen, Muskelaufbau und Verkaufen.
Schon während ihres dualen Sport-Studiums macht sie im Ausbildungsbetrieb eine kritische Erfahrung, die sie prägt: Sie soll beim Maßnehmen schummeln, damit die Kundinnen einen Vertrag abschließen. Das ist nichts für Angelina Fontana. Sie will ihre Klientinnen stärken, nicht nur körperlich.
Sie erzählt von einer Kundin, die mit Depressionen kämpfte und kurzfristig keinen Platz für eine Gesprächstherapie bekam. Nach jedem gemeinsamen Training sei die Frau glücklicher gewesen und danach besser durch ihren Alltag gekommen, erzählt Angelina Fontana. Solche Erfahrungen bestärken sie: Sie bildet sich weiter zur psychologischen Sporttherapeutin. Seitdem können ihre Kundinnen die Kurse über die Krankenkasse abrechnen.
Das gemeinsame Training ist immer auch ein bisschen Psychotherapie. Beim Bewegen kommen die Frauen ins Reden: über Probleme in der Beziehung, mit den Kindern oder im Beruf.
Vor fünf Jahren gründet Angelina Fontana die Powerfrauen Potsdam: Kurse in Fitnessstudios und im Park, Online-Klassen, Personal-Training – nur für Frauen, ihr Alleinstellungsmerkmal. Bei ihr sind alle willkommen, egal welche Körperform oder welches Gewicht, mit oder ohne Handicap, schwanger oder direkt nach der Geburt. Ihr Training nimmt Rücksicht auf die Phasen des Zyklus: An manchen Tagen sprintet sie mit den Frauen die Treppen hoch, an anderen gibt es leichtes Stretching am Boden, so wie es der Körper gerade braucht.
Außerdem entwickelt sie eine App namens Fitness-Safespace, einen sicheren Raum fürs Training. Viele Frauen hätten schon in der Schulzeit schlechte Erfahrungen mit Bewegung gemacht, erzählt sie, verknüpft mit dem Gefühl, ständig bewertet zu werden. Genau das will Angelina Fontana ändern: Bewegung soll sich gut und sicher anfühlen, ohne Angst, beurteilt zu werden.
Der Erfolg gibt ihr recht: Pro Woche hat sie etwa 18 Termine, inzwischen auch mit Selbstverteidigungselementen wie Schlagen und Treten, um Stress rauszulassen. Die Frauen kommen wieder, auch und gerade wenn sie ein Tief haben. Denn sie haben gelernt: Ihre Trainerin nimmt Rücksicht, und nach dem Sport haben sie auf jeden Fall ein Lächeln im Gesicht.