„Ich möchte einen Ort schaffen, der Menschen emotional berührt, an dem wir in Gemeinschaft kreativ werden können und wo wir uns selbst und der Natur begegnen.“
Am Anfang war es nur eine Brache in Wandlitz. Heute ist es ein Meer aus Blumen: Große, cremefarbene Dahlien, Schmuckkörbchen in Pastellrosa oder schwarze Sonnenblumen – alles besondere Sorten. Die einst wilde Wiese ist heute die Flowerfarm von Sara Jenichen. Sie hat einen Ort geschaffen, der Menschen berührt.
Dabei hat sie sich alles, was sie über Blumen weiß, selbst erarbeitet. Ohne landwirtschaftliche oder floristische Ausbildung startet sie ihr erstes Blumenfeld. Da hat sie bereits eine Karriere als Managerin in großen Unternehmen der Kosmetik- und Modebranche hinter sich. Jahrelang war sie viel unterwegs, immer erreichbar.
Aber als sie mit ihrem ersten Kind schwanger ist, wird Sara Jenichen klar, dass sie in diesem Tempo nicht weiterarbeiten möchte. Sie will ihre Leidenschaft zum Beruf machen - und das sind Blumen. Die Idee kommt ihr in ihrem Garten in Biesenthal, wo sie damals mit ihrem Mann lebt.
Sara Jenichen und ihr Mann sind umtriebig: In Wandlitz finden sie einen kleinen Bauernhof, den sie sanieren. In dem großen Garten beginnt sie, Blumen anzubauen - und Erfahrung zu sammeln. Gleichzeitig sucht sie nach einer größeren Fläche in der Nachbarschaft. Sie findet eine 1000 Quadratmeter große Wiese im ländlichen Ortsteil Zerpenschleuse. Sie gräbt die Erde um, bestellt Samen, zieht Blumen. Alles nachhaltig und ohne chemische Pestizide.
Aus ihren Blumen bindet sie Sträuße und Gestecke: Ihre ersten Sträuße verkauft sie in ihrem „Tiny Flower Shop“ - einem Selbstbedienungsladen am Straßenrand, den es noch immer gibt. Mittlerweile schmücken ihre Blumen aber auch Hochzeiten oder Events. Sie steckt aufwändige Dekorationen. Wer aber selbst kreativ werden möchte, kann bei ihr auch einfach einen Blecheimer voll frisch geschnittener Blumen kaufen.
Ihr wild-romantisches Blumenfeld ist bald ein Hingucker in Wandlitz: Es zieht immer mehr Menschen an, die den Anblick genießen oder Fotos vor dem Blütenmeer machen. So kommt Sara Jenichen auf die Idee, ihr Feld regelmäßig zu öffnen für einen „Selbstpflücktag“. Über soziale Medien macht sie Werbung, hängt im Ort ein paar Plakate auf - und die Menschen kommen! Mit so vielen Besucher*innen aus der Region und auch aus Berlin hatte sie überhaupt nicht gerechnet.
Im darauffolgenden Jahr bietet sie den „Selbstpflücktag“ gleich dreimal an - jetzt als richtiges Event mit Kaffee und Kuchen, großer Picknickwiese und Angeboten für Kinder. Die Begeisterung der Menschen ermutigt sie, ein zweites, größeres Feld zu erschließen. Hier soll ein Erlebnisort entstehen mit Selbstpflücke und Workshops im Gewächshaus, wie zum Beispiel Blumenbinden. Sara Jenichen möchte einen nachhaltigen Ort schaffen, an dem Menschen in die Welt der Blumen eintauchen. Einen zauberhaften Garten, wo man in Gemeinschaft kreativ werden - und sich, einander und der Natur begegnen kann.
Vor acht Jahren hat Sara Jenichen mit dem Anbau von Freiland-Schnittblumen angefangen, vor zwei Jahren hat sie ihre Flowerfarm gegründet. Heute sagt sie, dass sich, seitdem sie diesen Weg eingeschlagen hat, alles richtig und gut anfühlt: „Es kommt alles zu einem, was soll und was schön ist.“