„Für das Lebenswerk meines Vaters werde ich kämpfen wie ein Löwe.“
3B – so heißt die Firma, die Christian Gehler heute führt. Ursprünglich stand das für „Bausanierung - Berlin – Brandenburg“. Mittlerweile haben die drei Buchstaben aber noch eine zweite Bedeutung bekommen. Auch durch die ungewöhnlich tragischen Umstände, unter denen die Unternehmensnachfolge stattgefunden hat. Die drei Bs stehen für Bereitschaft, Balance oder Bündnis. Für die Werte des Familienunternehmens. In den letzten Jahren haben die noch einmal an Bedeutung gewonnen:
2004 hatte sein Vater die Firma für Denkmalpflege und Bausanierung in Beelitz gegründet. Christian Gehler - heute 38 Jahre alt - ist mit dem Familienbetrieb aufgewachsen. Dass er dort einsteigen will, war früh klar. Mit der Ausbildung zum Maurer und einem Bautechnik-Studium sammelte er Erfahrungen außerhalb des Unternehmens. Und kehrte dann nach Beelitz zu 3B zurück.
Der Plan stand eigentlich fest: Vater und Sohn organisieren den Generationenwechsel im Unternehmen gemeinsam, Schritt für Schritt. Nur das Leben hatte andere Pläne. Christian Gehlers Vater starb unerwartet. Inne zu halten, um zu trauern, dafür blieb Christian Gehler kaum Zeit. Der Betrieb musste ja weiterlaufen. Die Verantwortung musste er jetzt alleine tragen. Aufzugeben, war keine Option. Viele Mitarbeiter kennt Christian Gehler seit seiner Kindheit.
Außerdem ging es um das Lebenswerk seines Vaters. Dafür habe er kämpfen wollen „wie ein Löwe“, wie Christian Gehler sagt. Gekämpft hat er anfangs vor allem mit Papierkram. Er hatte eine einfache Vollmacht von seinem Vater. Die erkannten viele Ämter aber nicht an. Sie bestanden auf einer notariell beglaubigten Vollmacht. Ein zermürbendes Behördengefecht. Unterstützung bekam der Vater von zwei Töchtern in dieser Zeit von seiner Familie und den „Jungs“, seinen Kollegen, die eigentlich auch fast Familie sind.
Als sein Vater die Firma gegründet hatte, war das Geschäftsprinzip: „Wir sind verlässliche Partner.“ Auch wenn etwas nur per Handschlag ausgemacht wird. Diese Werte will Christian Gehler weiterführen. Aber auf moderne Art: Die Firma ist digital geworden. Statt mit Notizblöcken sind die Mitarbeiter inzwischen mit Tablets auf der Baustelle unterwegs. Die Fotodokumentation landet direkt in der Cloud. Und es gibt neue, moderne Transporter mit 3B-Logo - quasi als mobile Visitenkarten des Familienunternehmens.
3B-Bau ist spezialisiert auf die Sanierung von Fassaden - z.B. bei Feuchtigkeitsschäden und Wärmedämmung. Aber auch Innenausbau, z.B. Trennwände und Brandschutzverkleidungen, kann Christian Gehler mit seinem Team umsetzen. Das Auftragsbuch ist schon seit März bis zum Jahresende ausgebucht. Neben Potsdam und Umgebung sind die Mitarbeiter auch in Berlin unterwegs. Unter anderem für den Fußballverein 1. FC Union, der gerade sein Sportfunktionsgebäude fertigstellt. Ein Auftrag, auf den Christian Gehler stolz ist. Und sein Vater wäre es bestimmt auch gewesen. Er ist sicher, dass er 3B-Bau in seinem Sinne weiterführt.
Fragt man Christian Gehler nach seinen Plänen für die nächsten zehn Jahre, klingt das nicht nach Expansion um jeden Preis. Seine Firma soll vor allem gesund und sicher dastehen. Denn als Unternehmer muss man auch mit Schicksalsschlägen und Ungewissheit fertig werden. Das hat Christian Gehler durch die Zeit nach dem Tod seines Vaters gelernt.